Klima-IWF

Einen Klima-IWF brauchen wir. Das fordern John Browne und Nick Butler. Browne war bereits Chef von BP, derzeit lehrt er an der Cambridge Judge Business School. Ihren Appell gibt’s bei der Financial Times Deutschland. Per se keine schlechte Idee, sind internationale Regime doch häufig zahnlose Tiger. 

“Ähnlich wie der IWF brächte der Fonds vor allem eines: Klarheit. Energieproduzenten und -verbraucher würden beginnen, in den Weg hin zu einer Wirtschaft mit niedrigerem CO2-Ausstoß zu investieren. Hauptaufgabe des Fonds wäre es, die Emissionen zu verringern, das dahinterstehende Ziel wäre es jedoch, Wachstum und Fortschritt der Wirtschaft zu bewahren. Wohltönende Erklärungen beim nächsten G8-Treffen reichen nicht. Die Zeit ist gekommen, Worten Taten folgen zu lassen. Das gilt auch für die neuen Wirtschaftsmächte des 21. Jahrhunderts wie China und Indien.” 

Natürlich wird dabei die Souveränität der Staaten betont:

“Der Fonds würde keinem Land vorschreiben, wie es seine Ziele zu erreichen hat. Die Kombination aus Regulierung, Steuern, technischem Fortschritt und Verzicht würde jedes Land oder jede Ländergruppe auf eigene Weise regeln. Der Markt würde viele verschiedene Antworten hervorbringen. Auf Makroebene käme es nur darauf an, dass das Ziel erreicht wird.”

Allerdings beginnt die Krux schon dort, wo es darauf ankommt, festzulegen, wer wie viel erreichen muss:

“Dieser Fonds würde zunächst festlegen, um wie viel die Emissionen reduziert werden müssen. Das Ziel wäre global gültig, müsste aber lokal umgesetzt werden. Seine zweite Aufgabe bestünde darin, Quoten zuzuteilen, das heißt einen Anteil des Ziels, für den jedes Teilnehmerland verantwortlich wäre. Diese Zuteilung müsste politisch ausgehandelt werden …”

Wenn’s also an die politischen Verhandlungen geht, dann viel Spaß! Da beißt sich womöglich die Katze in den Schwanz. Dieselben Staaten, die sich nicht auf Kyoto einigen konnten, die noch immer mittels WTO, IWF und G8 Wohl und Wehe im vollkommenen Freihandel suchen, sollen bereit sein, das Spielfeld zu wechseln und andere Regeln zu akzeptieren? Ist wohl eher unwahrscheinlich, zumindest vor dem Hintergrund der Regimetheorie.

Vielleicht wäre es klüger, auf eine Reform der bereits bestehenden Regime zu setzen und darauf zu pochen, Kyoto und den Nachfolger zum Erfolg zu verhelfen?

Ähnliche Beträge

    -No related posts

Leave a Reply