Pop meets Klimarettung, Teil 2

Zu mäkeln am Live Earth-Konzert gab es sicher einiges. Auch konnte man zuletzt zahlreiche Beiträge über den Streit lesen, ob die Konzerte denn nun CO²-neutral waren oder nicht. Doch ZEIT-Redakteur Robert Misik hat zurecht auf einen wichtigen Punkt hingewiesen:

 

Misik sieht in der Zusammenkunft von ökologischem Bewusstsein und dem kalifornisch-hedonistischen Lifestyle-Kapitalismus im Hollywood-Format ein Potenzial zur Dynamisierung des Klimaprojekts, das sich auszahlen könnte. 

“Nur bedeutet das nicht notwendigerweise, dass die Sache schlecht, lächerlich oder heuchlerisch wäre. (…) Aber immerhin werden auf die Dächer von Hollywoodvillen jetzt Solaranlagen geschraubt, DiCaprio lässt den Privatjet seines Hollywoodstudios stehen, wann immer er kann, und fliegt Linie. »Wir alle tun, was wir können. Ehrlich, wir tun das wirklich.«

Außerdem kommt die Weltverbesserung, wie man weiß, von jeher auf verschlungenen Pfaden in Gang. Ein ökologisches Ziel ist jedenfalls noch nicht deshalb diskreditiert, weil der, der es verbreitet, beispielsweise Strom für die Verbreitung braucht und möglicherweise ein paar andere damit auch noch Geschäfte machen. Nach einer solchen Logik wären, beispielsweise, jene Protestsongs besonders glaubwürdig, die grottenschlecht sind – weil sie niemand kaufen will und also der Protestsänger mit ihnen kein Geld verdienen kann. Im Gegenteil gilt, dass die zunehmende Bedeutung des Imagekonsums auch tatsächliche positive Wirkungen haben kann. Die »Moralisierung der Märkte« (Nico Stehr) kann ein Hebel zur Verbesserung der Welt sein.”

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