Die Solarenergie kann man in seiner Gemeinde mit einer “DACH”(!)-Kampagne voranbringen oder mit einer Verordnung. In Hessen probieren zurzeit zwei Städte jeweils einen der Wege aus: Bürstadt und Marburg.
Das südhessische Bürstadt, das nahe Biblis liegt, wurde schon Deutscher Meister der Solarbundesliga. Jetzt will die Bürstädter Stadtverwaltung mit der Kampagne Entente Solare “die Menschen in Bürstadt mit Informationen, Aktionen und Veranstaltungen rund um das Thema Solarenergie begeistern”.
Ein Projekt der Kampagne ist die “Bürger-Solar-Genossenschaft“. Sie ermöglicht, so die Stadt, erstmals auch Kleinanlegern, ihre Ersparnisse in erneuerbare Energien zu investieren. Auf den Seiten der Kampagne heißt es:
“Die erste Photovoltaik-Anlage der Genossenschaft wurde im Februar im Bürstädter Stadtteil Riedrode in Betrieb genommen. Rund 36 Bürgerinnen und Bürger investierten einen Betrag zwischen 100 Euro und 3.000 Euro, um die Anlage mit einer Spitzenleistung von 11 Kilowatt zu finanzieren. Die Initiatoren des Projekts sind Bürstadts Solarpionier Ehrhard Renz und Dr. Burghard Flieger, Vorstandsmitglied der innova eG, der in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Genossenschaften in der Gründungs- und Aufbauphase erfolgreich begleitet hat. ‘Für Investoren mit mehreren tausend Euro verfügbarem Kapital gibt es bereits zahlreiche Möglichkeiten, ihr Geld in erneuerbaren Energien anzulegen. Uns geht es darum, dass auch Sparer und Anleger mit geringem Kapitaleinsatz in erneuerbare Energien investieren können’, erklärt Erhard Renz.”
In Marburg ist man weniger einträchtig. In der Universitätsstadt will der Grüne Bürgermeister Franz Kahle für alle Gebäude eine Solaranlagen-Pflicht einführen. Nicht nur beim Neubau, sondern auch beim Austausch der Heizung, beim Erweitern des Gebäudes oder auch beim Sanieren des Dachs muss ein solarthermische Anlage errichtet werden. Bei Nichtbeachtung der solaren Vorschrift drohen 15.000 Euro Strafe.
Viel Zuspruch, aber auch viel Ablehnung hat Kahle geerntet. Gegner der Verordnung sehen bereits eine Öko-Diktatur im Anmarsch.
Aber vielleicht sollten die einmal in den schwarzen Süden nach Baden-Württemberg schauen, empfiehlt auch Franz Alt auf der Sonnenseite: “Was ist aber dann die neue Vorschrift im konservativ regierten Baden-Württemberg, das seit 1.1. 08 Neubauten nur noch genehmigt, wenn im neuen Haus 25 % Erneuerbare Energie genutzt wird?”
Auch die Bürstädter Idee via Sonnenseite.
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Ja die Lösung wäre Bürstadt und Marburg zusammen. Öffentlichkeitsarbeit und Vorschrift. Die Vorschrift ist leider in Bürstadt an den Stimmen der CDU gescheitert. Die SPD wollte in einem Neubaugebiet alle Dächer nach Süden ausrichten… Aber trotz der Solarkampagne habe ich noch Ärger mit einer Bürgerinitiative gegen einer PV Anlage an einer Lärmschutzwand… Allerdings schätze ich, daß die ca. 50 Leute keine Chance haben demnächst (nach 18 Monaten) werde ich (hoffentlich) einstimmige Beschlüsse pro Solaranlage erhalten. Den Marburgern halte ich alle Daumen, daß die Satzung ebenfalls eine Mehrheit findet.
Gruß vom Sonnenflüsterer
Hallo Erhard,
danke für den Hinweis!!! Wünsche viel Erfolg bei den nächsten Schritten in Bürstadt! Und gerne Wasser- (Sonnen-)standsmeldungen hier im Post als Kommentar, dann ziehe ich Neues in einen Post!
Grüße, Manuel