Dass der Klimawandel ein globales Problem wird, liegt in der Natur seiner Sache. Dass er in Zukunft die Sicherheitspolitik der meisten Länder bestimmen wird, dämmert den meisten mittlerweile auch. In die Sichherheitsdoktrin der EU hat es das Thema jetzt geschafft - doch schon jetzt.
Mittlerweile erkennen auch die EU-Regierungschefs, dass Europa zwar selbst weitestgehend von den direkten Umweltfolgen des Klimawandels verschont bleiben dürfte, dass aber die vielen Flüchtlinge weltweit gerade aus diesem Grund nach Europa streben werden - was sie ja heute schon aus wirtschaftlichen Gründen tun.
In dem Bericht der Kommission zum Thema wird diese Frage klar und deutlich angesprochen: “Einige Länder, die durch den Klimawandel extrem gefährdet sind, fordern bereits eine internationale Anerkennung der umweltbedingten Migration. Eine solche Migration kann zunehmend zu Konflikten in den Transit- und Zielgebieten führen. Europa muss auf einen wesentlich erhöhten Migrationsdruck gefasst sein.”
Franz Alt hat auf der Sonnenseite ebenfalls aktuell darauf hingewiesen und bringt auch Zahlen von Greenpeace - Blue Alert-Report - ins Spiel. Demnach sind allein in den Küstenregionen Indiens und Bangladesh 125 Millionen Menschen durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Das ist ein Viertel der gesamten Bevölkerungszahl der EU.
Da wird sich die Frage stellen, inwieweit das Schengen-Abkommen zum Vorbild für die weitere zukünftige Migrationssteuerung wird. Der Begriff von der Festung Europa wird unweigerlich zum Kampfbegriff der nächsten 20 Jahre werden. Die verantwortlichen Politiker stehen vor der Herausforderung, sich um präventive Migrationspolitik zu kümmern - mehr denn je. Je mehr Hilfe und Know-how in die künftigen Krisenregionen fließt, desto weniger Flüchtlinge werden um Einlass bitten.
Wird also höchste Zeit, das Konzept der Entwicklungshilfe auch auf die weltweite präventive Klimawandel-Hilfe zu übertragen. Hilfe und Know-how muss schon jetzt in die gefährdeten Küstenregionen fließen, damit Konzepte des klugen Küstenschutzes und der schrittweisen, koordinierten Migration ins Landesinnere zumindest angedacht werden und in den Planungen vorhanden sind.
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